Warum die Reinigung einer Uhr komplexer ist, als es scheint
In einer Uhrmacherwerkstatt kommt es selten vor, dass eine Uhr einfach „schmutzig“ ankommt. Sie kann durch Rost, Oxidation, eine ausgelaufene Batterie, alte, erstarrte Öle, Fett, Talg, Staub, Feuchtigkeit oder angesammelte Rückstände in den Armbändern und Gehäusen verunreinigt sein.
Der erste Schritt besteht daher immer darin, das Problem zu identifizieren, bevor ein Produkt ausgewählt wird. Eine Quarzuhr, die Opfer einer ausgelaufenen Batterie ist, wird nicht auf die gleiche Weise behandelt wie ein verschmutztes Stahlarmband oder eine alte Uhr, die auf einem Dachboden gefunden wurde.
Ein Ultraschallreiniger ist kein Reinigungsprodukt. Es ist ein Werkzeug, das die Wirkung einer Flüssigkeit durch Kavitation verbessert: Mikroblasen bilden sich im Bad, implodieren und lösen dann den Schmutz an schwer zugänglichen Stellen.
Manuelle Reinigung oder Ultraschallreinigung
Manuelle Reinigung
Die manuelle Reinigung ist für empfindliche Teile unerlässlich. Diese Methode wird für Quarzwerke, Spulen, elektronische Schaltkreise, Zifferblätter, bemalte Zeiger, verzierte Komponenten und zerbrechliche Elemente bevorzugt.
Verwendet werden Uhrmacherpinsel, Holzstäbchen, Mikrofasertücher, Blasebalg, 99%iges Isopropylalkohol oder Elektronik-Kontaktreiniger.
Ultraschallreinigung
Ultraschall eignet sich besonders für Armbänder, Gehäuse, Schließen, Schnallen, zerlegte mechanische Teile und unempfindliche Metallkomponenten.
Sie sind besonders wirksam bei Schmutz, der sich in Gliedern, Gewinden, Dichtungsaufnahmen oder Gehäuseecken festgesetzt hat.
Rost
Rost entsteht, wenn ein Eisenbestandteil Wasser und Sauerstoff ausgesetzt bleibt. Er betrifft oft Schrauben, Achsen, Federn oder Innenteile nach dem Eindringen von Wasser.
Er kann ein Uhrwerk blockieren, ein Teil brüchig machen oder einen beschleunigten Verschleiß verursachen. Die Reinigung erfolgt zunächst mechanisch, mit einer weichen Bürste oder einem geeigneten Werkzeug, und bei Bedarf anschließend mit einem speziellen Produkt.
Essig oder Zitronensäure können bei bestimmten Oxidationen helfen, müssen aber mit Vorsicht angewendet werden. In der Werkstatt werden oft spezielle Lösungen wie Elma WF Pro, Elma Tec Clean oder angepasste Restaurationsbäder bevorzugt.





















